FatR's Blog

Frank Turner - We are what we believe!

"Die Musik ist genial. Von wem ist die?" Schweigend holte der Mann am Infoschalter im Saturn eine CD hervor, klebte ein 14,99 € Etikett darauf und schob sie zu mir auf die andere Seite des Tresens. "Love, Ire & Song" prangte auf dem Cover. Das war meine erste Begegnung mit Frank Turner.
Frank Turner ist ein Erlebnis, jedenfalls meiner Meinung nach. Zuerst ein paar Fakten, dann haben wir die hinter uns: Geboren in der Nähe von Bahrain startete er seine Musikkarriere als Sänger der Punkband Million Dead. Wenig später verlies er das College mit einem Abschluss in Geschichte und 2005 seine Band, um eine Solokarriere (umrahmt von einer Band im Hintergrund) zu starten. Er schreibt Texte und Musik selber, kann also zu den Singer-Songwritern gezählt werden. Schwieriger zu beschreiben ist sein Musikstil; Am besten beschreibt ihn eine Mischung aus Folk, Pop, Punk und englischer Volksmusik, worunter man sich sicher nichts vorstellen kann, bis man ihn gehört hat. 2007 veröffentlichte er das erste Soloalbum "Sleep is for the Week", 2008 folgte "The First Three Years", 2009 brachte er das neueste Album "Poetry Of The Deed" heraus. 2008 reiht sich dann auch "Love Ire & Song" ein, welches quasi meine Einstiegsdroge ausmachte.
Die Texte des Engländers konzentrieren sich auf das Leben, die Liebe und das Reisen. Poetisch sind sie alle. Mal wird ein Wortspiel mit Liebe gebraucht:
 
What I would give not to stumble but to really fall in love. (Substitute)

Ein anderes Mal ruft er charmant dazu auf Politiker zu beschimpfen:

So if ever a man should ask you for your business or your name, tell him to go and fuck himself, tell his friend to do the same. (Sons of Liberty)

Dabei sollen seine Texte immer eine Hilfe für das Leben sein. Und das sind sie in meinen Augen auch. So sagt er zum Beispiel, dass man sein Lebensziel nicht erreichen kann wenn man sein ganzes Leben nur auf einem Fleck bleibt. Bei dem Ganzen gibt er einem aber nur Tipps, nie Lösungen.
Gestern war ich dann schließlich auf einem Konzert der Poetry of the Deed Tour in einem kleinen Szenetreff, dem Zakk in Düsseldorf. Dort fanden dann weit unter tausend Zuschauer Platz (ich bin schlecht im Schätzen, deshalb lass ichs gleich ;)). Nach der Vorband "Crazy Arm", welche eine ziemlich laute Punkband war, betraten dann die fünf Jungs um Frank die Bühne. Nach ein paar Liedern fühlte man sich dank der lustigen Anekdoten, die erzählt wurden, zum Beispiel von dem sechsten Mitglied der Band, nämlich der riesigen Beule des Bassisten, und der sympathischen und mitreißenden Art der Band sich Live zu präsentieren, wie zu Hause. Nach dem Konzert fühlte man sich, als ob man Frank, der in Holzfällerhemd und Wanderschuhen auftrat (siehe Bild) schon Jahre lang kennen würde. Tja, das Ganze hat mir so gut gefallen und es ist so schade, dass Frank Turner so wenige kennen, dass ich jetzt diesen Blog schreibe und damit in die Welt schreien will: Hört euch unbedingt diesen Mann an. Hier die aktuelle Single:
http://www.youtube.com/watch?v=gfGLzDQ7e-k

Quellen: http://www.frank-turner.com/
Bildquelle: selber geschossen


4.43 mit 7 Stimmen *****

Frank, Turner, Folk, Musik, Punk 01.04.2010 - 1 Abonnent - 224 mal gelesen

Kommentare:

RobsonPonte schrieb:

06.04.2010

Sehen kann man Frank Turner dieses Jahr auf dem Hurricane/Southside Festivals. Hätte ihn gerne aufm Ring gehabt, aber er spielt ja die anderen beiden großen Festivals. Schade.